Seit 1996 entstehen „Zeichenräume“. Die Zeichenräume konstituieren Raum für die Gegensätzlichkeit von lichter Transparenz und opaker Materialität meiner Schabzeichnungen, die noch als Doppel der tragenden Wandfläche bedurften.
Drei Elemente der Zeichenräume:
1. An die Wand gelehnte, schwere hölzerne Zeichentafeln, die – dicht zueinander gestellt – Zeichenwände, gezeichnete Horizonte ergeben (bis zu 225 x 625 cm).
2. Der „gezeichnete Horizont“ als Linie an den umlaufenden Wänden bestehend aus 5-er Reihen kleinformatiger Zeichentafeln (25 x 35 cm).
3. Frei in den Raum gehängte, transparent gewachste, beidseitig gezeichnete Schabblätter (225 x 125 cm).
Die Zeichentafeln sind Schichtholztafeln, die mit Trennscheibe, mit Flachdexel, Hobel und Kettensäge geritzt, gekerbt, gesägt sind. Die kleinformatigen Tafelreihen und großformatigen Bildtafeln bilden einen umlaufenden ge- zerzeichneten Horizont. Die überlebensgroßen Transparente bringen je individuelle, skizzenhaft motivische Andeutungen eines Torax zum Vorschein.
Zwischen den massiven, heftig gefurchten und gekerbten Bildtafeln und den dünnhäutigen lichtdurchscheinenden Papieren entsteht so ein Ort, in dem ein umfassend komplexer Zeichengestus Raum greift.