St. Petri-Kirche Soest 2004

Der Anfrage von Hannes Knickenberg und Fritz Risken, ob ich mir im Zusammenspiel mit dem "Soestival der Klänge", 2004 einen künstlerischen Beitrag für die St. Petri-Kirche vorstellen kann, bin ich gerne gefolgt. Ich habe den Kirchenraum häufig aufgesucht und aufmerksam untersucht; ohne Anstrengung boten sich "offen-sichtliche" Parallelen zu meiner Arbeit an:
Meine Arbeit bewegt sich zwischen den beiden Polen der Transparenz und der "gezeichneten" Materialität; zwischen den transparent gewachsten Schab- und Tuschpinselzeichnungen einerseits, die durch die Hängung den Raum gleichzeitig zu verstellen wie durch ihre beidseitige Lichtdurchlässigkeit zu eröffnen vermögen, und den heftig gefurchten "Zeichenbrettern", "Zeichenhorizonten" andererseits, die den Raum einfassen.
So liegt die Spannung der St. Petri-Kirche spürbar zwischen der mächtigen Schwere des romanischen Baukörpers und der Diaphanie des gotischen Chorraums. Zudem können sich meine "Zeichenbretter" und "Horizonte" ohne Mühe ins Verhältnis zu den von Schwertern gekerbten steinernen Säulen setzen lassen. (Ritter des 12. bis 15. Jahrhunderts haben ihre Schwerter an Säulen und Wänden entschärft, bevor sie den als unverletztlich respektierten "Friedensraum" um den Altar betraten.)
In diesen Parallelitäten reflektieren sich möglicherweise die Geschichtlichkeit der St. Petri-Kirche und meine heutigen "Ein-Bildungen" gegenseitig.