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Andreas Rosenthal - Zeichnung und Druckgrafik
Andreas Rosenthal versteht sich ausdrücklich als “Zeichner“.
Seine grafischen Untersuchungen und Experimente konzentrieren sich in den letzten
Jahren auf druckgrafische und autonom zeichnerische Werkgruppen, aus denen er
folgerichtig den “Zeichenraum“, die Raumzeichnung entwickelt.
In der Druckgrafik steht seit 1993 der Holzschnitt im Mittelpunkt; kleinformatige
Werkreihen bis hin zu überlebensgroßen Handabzügen (125x225cm)
von bis zu fünf Druckstöcken werden in kleinsten Auflagen gedruckt.
Parallel zu dieser druckgrafischen Arbeit entstehen zeichnerische Werke, die
sich in extrem gegensätzlichen Materialien realisieren: einerseits transparente
Schabzeichnungen bis zu einem Ausmaß von 125x225cm andererseits ebenso
großformatige “Zeichenbretter“.
Die Papierbahnen der Schabblätter sind beidseitig gezeichnete, transparent
gewachste Papiere, die zeichenschafte Schabspuren, karg getuschte Bildzeichen
und skizzenhafte Motive, die sich in der Transparenz gegenseitig durchleuchten,
zum Vorschein bringen.
Die “Zeichenbretter“ sind Schichtholzplatten, die mit Trennscheiben,
Flachdexeln, Kettensäge und Hobel geritzt, gekerbt und aufgebrochen werden.
Rosenthals zeichnerische Arbeit bewegt sich so zwischen den Polen der Transparenz
und dem heftig gekerbten Material; zwischen den transparent gewachsten Schab-
und Tuschpinselzeichnungen einerseits, die frei im Raum hängend den Raum
gleichzeitig zu verstellen wie ihrer Beidseitigkeit und Diaphanie wegen neue
zu eröffnen vermögen und andererseits den heftig gefurchten “Zeichenbrettern“,
die einzeln oder zu fünfteiligen “Horizonten“ an die Wand gelehnt
den Raum einfassen.
Im Rundum dieses “gezeichneten Horizonts“ entsteht so ein Ort,
in dem der zeichnerische Gestus Raum greift, ein Ort der ständig wandelnde
Vor-sichten und Rück-blicke zwischen dünnhäutigen lichtdurchlässigen
Papieren und massiven, gefurchten Zeichentafeln ermöglicht.
Seit 1994 erarbeitet Rosenthal auf diese Weise je neue “Zeichenräume“
für die jeweiligen unterschiedlichen Ausstellungsorte und deren räumlichen
und Lichtbedingungen.